Feierabend

Die Menschen starren um die Wette Löcher in die muffige Stadtluft, jedoch jauchzt am Ende kein Gewinner bei diesem stummen, recht traurig anzusehenden Wettbewerb. Der Alltag kann eine wahrhaft zermürbende Sache sein, sofern man es zulässt. In diesen lauen, grauen Wintertagen schafft es der Wolkendecke Marmor zu oft den Menschen ein übles Gift einzupflanzen. Melancholie. Melancholie, du widerliches Etwas! Scher dich fort und kehr nie wieder zurück, du abstoßende Peinigerin. Ich möchte dich in die dunkelste Düsternis stoßen und dort anketten, auf dass du niemals wieder den Weg in meinen, oder irgendeinen anderen Geist findest!

So stehe ich also hier an der Bushaltestelle, denke nach und warte, während mein Blick die Welt durchdringt, so als ob diese aus Glas bestünde, hin zu einem fernen Herz. Deinem Herz. Der Regen trommelt wütend auf meine Kapuze, doch ich schenke ihm kein Gehör, sondern denke nur an dich.

Mein Spiegelbild in deinen ergreifenden Augen, welche so strahlen, dass sie das Sonnenlicht als müdblasses Glimmen erscheinen lassen. Ja, etwas Schöneres könnte es für mich in diesem Moment nicht geben. Doch stattdessen muss ich mich selbst in einer trüben Pfütze erblicken, bis diese von einem vorübereilenden Reisenden zertreten wird und mein Gesicht augenblicklich in tausende Fragmente zerspringt.

Ach, deine Anmut, welche mir die Sinne betört, den Himmel und die Erde zusammenfließen lässt und selbst dem gemeinsten Tag seine Schrecken raubt, ist unvergleichlich. Bei dir bin ich wahrhaft weltbefreit, kann meinen Geist wie eine Flaschenpost im Ozean treiben lassen. Zehntausende Lieder könnte ich dir zuliebe schreiben und anschließend von fähigen Sängern vortragen lassen, möchte ich doch deine lieblichen Ohren nicht mit meinen kläglichen Gesangskünsten schänden. Bin ich an deiner Seite, so brechen alle Brunnen in meiner Tiefe auf und ich kann endlich ich sein und meine Masken ablegen. Jenes belebende Gefühl des völligen Befreitseins ist etwas, was ich wirklich nur mit dir erleben kann. Sind wir beide zusammen, so erscheint mir die Sage von den Kugelmenschen als verloren gegangene Wahrheit.

Ach, wie wundervoll es wäre, wenn ich dich doch kennen würde. Du, meine Liebe, die da draußen über die Welt wandelt und der ich mein Herz schenken möchte.

 

 

 

 

 

 

 

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