Die kleine Ente

Hallo Ihr Lesenden,

derzeit muss ich auf eine Prüfung (26.07) lernen und komme daher leider kaum zum Schreiben. Damit hier nicht alles gänzlich verebbt, biete ich Euch mal das erste Kapitel von einer Kindergeschichte dar, an der ich gerade arbeite. Von Rechtschreibfehlern bitte ich abzusehen, da mir der Kopf gerade gänzlich vor lauter Sport-, Ernährungs-, und Chemiezeugs schwirrt. Über Rückmeldungen würde ich mich freuen : ). Wie die Geschichte weitergeht, werde ich an dieser Stelle noch nicht verraten.
Liebe Grüße,
Max

Die kleine Ente

Es war einmal eine kleine Ente, die nicht fliegen konnte. Die anderen Enten am Teich ärgerten sie deswegen oft. Das machte die kleine Ente sehr traurig. Eines Tages, nachdem die anderen Enten besonders fies zu ihr gewesen waren, versteckte sie sich in einem hohlen Baumstamm, der auf dem Wasser in Ufernähe trieb. Es war völlig dunkel dort drin und niemand würde sie hier sehen. Hier fing sie dann an zu weinen. Das Weinen machte sie schrecklich, schrecklich müde und so fiel sie in einen tiefen Schlaf. Sie bemerkte daher nicht, dass der Baumstamm sich langsam vom Ufer löste und aus dem See trieb. In nördlicher Richtung entsprang dem See ein Fluss und genau dorthin trieb es den Baumstamm, in dem die kleine Ente schlief. Hätte sie das mitbekommen, so wäre sie wohl aus dem Baumstamm gesprungen und zurückgeschwommen, doch sie schlief so fest, dass sie von all dem nichts mitbekam. Ein paar Stunden später, es war mittlerweile Nacht geworden, wachte die kleine Ente auf. Die Sterne funkelten am dunkelblauen Firmament wie Millionen goldene Tropfen. Die kleine Ente sah den Nachthimmel durch ein Loch im Baumstamm, wurde wieder müde und schlief ein.
So trieb sie weiter und weiter und weiter…
Sie trieb an einem wundervoll mysteriösen Wald vorbei, aus dem hunderte glühende Augen sie beobachteten und seltsame Geräusche zu hören waren. Satte Wiesen, auf denen Kühe und Schafe schliefen, zogen an ihr vorbei. Auch einige am Fluss gebaute Städtchen passierte sie. Ganz viele Dinge, welche das Entlein in helles Erstaunen versetzt hätten, wenn es sie mit eigenen Augen erblickt hätte. Die kleine Ente war nämlich herrlich neugierig und hatte ihren See noch nie zuvor verlassen. Wieso die anderen Enten, all jene die fliegen konnten, auch noch nie den See verlassen hatten, verstand die kleine Ente nicht. Sollte sie jemals fliegen können, so würde sie gaaaaaaaanz viele andere Seen besuchen, die Welt erkunden! Dies hatte sie sich fest vorgenommen. Aber leider bekam die kleine Ente von all den Wundern der Welt gar nichts in ihrem Schlummer mit.
So trieb sie weiter und weiter und weiter…

Schließlich erwachte die kleine Ente. Gleißendes Sonnenlicht blendete sie, als sie verschlafen aus dem Baumstamm herauskletterte und ins Wasser plumpste. Sie gähnte genüsslich und streckte ihre Flügel. Doch als sie schließlich wieder richtig sehen konnte, bekam sie den Schreck ihres Lebens. Wasser. Ringsherum nur Wasser. Keine Spur von einem Ufer, von dichtem Schilf, von den Weidenbäumen, welche ihren See umsäumten. Nur Wasser. Die kleine Ente schwamm panisch zurück zum Baumstamm und musste sich erst einmal beruhigen. Wo war sie bloß gelandet? Sie kletterte auf das große Stück Holz und sah sich um. Wasser, Wasser, Wasser. Eine tiefblaue, trügerisch glatte Fläche in allen Himmelsrichtungen. Das Meer. Quakhilda, eine alte, kluge Ente mit grauem Gefieder, hatte der kleinen Ente einst davon erzählt, doch hatte sie sich das Meer niemals wirklich vorstellen können. Es war beeindruckend und gleichzeitig auch beängstigend. Quakhilda hatte in ihrem Leben viele Abenteuer erlebt und erzählte den Jungenten oft spannende Geschichten. So war sie einmal vor einem Bären geflüchtet. Ein riesiges Ungetüm, hunderttausendmal so groß wie ein Fuchs! Die kleine Ente hatte diese Geschichten geliebt, auch wenn sie insgeheim wusste, dass Quakhilda manchmal wohl übertrieb.

Das Meer und seine unfassbare Unendlichkeit, machten auf die kleine Ente nun einen gewaltigen Eindruck. Es war viel erstaunlicher, als in allen Schilderungen, welche sie gehört hatte. Ob sich dies wohl mit anderen Geschichten auch so verhielt? Die kleine Ente bekam es mit der Angst zu tun, denn sie war ganz allein hier draußen. Sonst waren immer die anderen Enten um sie herum und auch wenn sie manchmal fies waren, so war es doch schön einen Schwarm zu haben, der einem Schutz bot. Dieser fehlte ihr jetzt sehr. Wohin sollte sie denn bloß schwimmen? Nichts als Wasser, kein Land in Sicht. „Ach, könnte ich bloß fliegen! Dann könnte ich einfach hoch in die Lüfte steigen und mich vom Wind treiben lassen. Land aus der Höhe erspähen oder eine Insel. In ihrem See gab es auch eine Insel, aber diese bestand nur aus ein paar großen, mit Moos bewachsenen Felsbrocken, in deren Mitte sich etwas Sand angesammelt hatte. Wie gerne sie doch jetzt diese Insel erblickt hätte. Aber nein, Wasser, Wasser, Wasser, Wolken und die Sonnen. Eine am Himmel und ihre Schwester auf dem Meer. „Was soll ich denn nun bloß machen?“, fragte sich die kleine Ente und lief eilig hin und her auf dem Baumstamm, grübelte mit aller Strenge, doch ihr fiel nichts ein. Plötzlich glitt ein dunkler Schatten unter dem Baumstamm vorbei und brachte in reichlich ins Schaukeln. Die kleine Ente musste große Mühe aufwenden und wäre fast ins Wasser geplumpst, aber sie konnte sich gerade noch so festhalten. „Hilfe, Hilfe, ein Monster!“, schrie sie so laut sie konnte, doch wer hätte sie denn hören sollen?

Im See war derweil ihr Verschwinden bemerkt worden und eine große Suchaktion entbrannt. Die anderen Enten durchkämmten den ganzen See, das Schilf, die zugewachsenen Uferböschungen, doch nichts. Keine Spur von der kleinen Ente. Da schämten sich diejenigen Enten, welche sie gehänselt hatten sehr und wünschten sich, dass sie dies niemals getan hätten, dass die kleine Ente doch wieder zurückkommen soll. Denn nun wurde ihnen erst deutlich, welchen Wert die kleine Ente für sie alle gehabt hatte. Sie konnte zwar nicht fliegen, war dafür aber sehr, sehr schlau. So hatte sie in der Vergangenheit immer wieder erstaunliche Sachen gebastelt, welche ihnen das Überleben erleichtert hatten. Unter anderem aus Menschenmüll ein „Wegdings“. Ein kleiner Zaun, der ihnen am östlichen Ufer Sicherheit bot, indem jeder der ihn berührte, sich durch ein lautes Klappern verriet. Hierzu hatte die kleine, schlaue Ente eine schwarze Plastikschnur genommen und ein paar rostige Dosen daran befestigt, so dass es laut schepperte, wenn jemand die Schnur berührte. Ein Klappern und die ganze Vogelbande war hellwach und entfloh in den See. Zweimal hatte dies bereits einen Fuchs verraten, der sich schon auf ein herzhaftes Stück Entenfleisch gefreut hatte. Als die kleine Ente nach fünf Tagen schließlich immer noch nicht gefunden oder zurückgekehrt war, brachen die anderen Enten die Suche schließlich ab. Traurig schwammen sie umher und die alte Quakhilda schimpfte die Enten übel aus, welche die kleine Ente wegen ihrer Flugunfähigkeit geärgert hatten.

Der dunkle Schatten umkreiste jetzt den Baumstamm und die kleine Ente, welche vor Furcht ganz starr geworden war. Der Schatten war riesig, fast dreimal so groß wie der Baumstamm  und bewegte sich mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit im Wasser fort. Die kleine Ente sprach ein Entengebet und es schien zuerst so, als ob sie erhört wurde. Doch leider schien es eben nur so. Der Schatten entfernte sich vom Baumstamm, drehte jedoch gleich wieder um und schoss dann mit ungeheurer Geschwindigkeit auf diesen und die kleine Ente zu. Ein Buckel kam zum Vorschein und eine beängstigende Rückenflosse, welche die Wasseroberfläche zerschnitt. Der Schatten kam näher und näher. Die kleine Ente schloss die Augen und machte sich auf den Aufprall bereit. Doch was dann passierte, damit hatte sie nicht gerechnet. Mit einem kraftvollen Ruck schwang sich der Schatten aus dem Wasser und sprang über Baumstamm mitsamt Ente hinweg, dass er für einen kurzen Moment die Sonne verdunkelte. Mit einem gewaltigen Platscher tauchte der Schatten wieder ins Wasser ein. Die aufgeworfene Flutwelle traf den Baumstamm mit einer gewaltigen Wucht. Die kleine Ente wurde ins Meer geschleudert. Prustend tauchte sie auf, zappelte mit den Flügeln und sah sich panisch um. Der Schatten war direkt unter ihr. Plötzlich spürte die kleine Ente einen heftigen Schlag. Mit einem lauten Rauschen erhob sich eine gewaltige gräuliche Insel aus dem Meer und die Ente hatte festen Boden unter ihren Füßen. Verwirrt watschelte sie umher. Die Insel hatte viele weiße Punkte und schimmerte an manchen Stellen  in einem dunklen Blau. Der Baumstamm trieb einige Meter neben diesem Inseletwas und die Ente wollte gerade schon zu ihm hinhüpfen, als eine tiefe, dröhnende Stimme sie einhalten ließ.
„Was bist du und was machst du hier, du kleines Ding?“
Die Ente stand regungslos da und verstand noch nicht ganz, woher die Stimme kam. Sie lief auf das spitze Ende der Insel zu. Da sah sie, worauf sie stand. Das war keine Insel, das war ein Fisch. Ein riesiger Fisch, mit einem gewaltigen Maul. Sie wusste nicht, dass es sich dabei um einen Walhai handelte. Ein friedfertiger Koloss, der hauptsächlich Plankton, Krebstierchen und kleine Fische frisst, indem er Wasser in sein riesiges Maul strömen lässt und es dann nach Essbarem filtert.
„Bitte, bitte friss mich nicht!“, rief die kleine Ente ängstlich und blickte in das Auge an der rechten Seite des gewaltigen Maules.
„Du siehst nicht lecker aus, dich fress ich nicht“, dröhnte der Walhai und schlug einmal mit der Schwanzflosse. Schon war der Baumstamm in weiter Ferne, was dem Entlein nicht gerade gefiel.  Sollte der Fisch abtauchen, so müsste sie weit zurückschwimmen, was sie sehr viel Kraft kosten würde. Kraft, die sie vielleicht noch bitter brauchen würde.
„Was bist du und was machst du hier, du kleines Federding?“, fragte der Walhai erneut mit seiner dumpfen Stimme.
„Ich…ich…ich heiße ____ und bin eine Ente. Ich weiß leider nicht, wie ich hierhergekommen bin. Ich habe in meinem See geschlafen, dort in diesem Baumstamm und bin dann hier auf dem großen, weiten Meer aufgewacht.“
„Eine Ente? Davon habe ich noch nie gehört. Du kleines Entendings, setz dich mal an meine Rückenflosse und halt dich da gut fest. Ich habe nämlich ziemlich großen Hunger!“
Die kleine Ente gehorchte und watschelte zu der Rückenflosse des Walhais. Als sie sich dort hingesetzt und die Flosse ergriffen hatte, setzt der Koloss sich langsam in Bewegung und schnappte während er schwamm immer wieder nach ein paar rosafarbenen Quallen, die an der Wasseroberfläche wie hässliche Seerosen trieben. Währenddessen erzählte die Ente ihm von ihrem See, den anderen Enten, den Landtieren sowie den Menschen. Er war ziemlich neugierig und hörte sich geduldig alles an, was die Ente zu sagen hatte. Im großen, weiten Meer konnte es nämlich manchmal wirklich sehr einsam sein. Oft schwamm er wochenlang durch die See, ohne einen anderen Walhai zu sehen. Das Flattertierchen kam ihm daher gerade recht. Schließlich hatte sie ihm alles erzählt, was sie ihm so erzählen konnte und er war nun an der Reihe. Der Walhai, der den Namen Rhinco trug, schwamm normalerweise in wesentlich tieferen Gewässern umher, aber er hatte an diesem Tag mal wieder Lust auf Quallen gehabt und war daher aufgetaucht. Dabei hatte er den Umriss des Baumstammes von unten gesehen und wollte mal nachschauen, worum es sich dabei handelte. Dass eine kleine Ente darauf sitzen würde, damit hatte er natürlich nicht gerechnet….

to be continued

 

 

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