Egoist

Du, meine Liebe,
bist mir ganz nah,
stehst am Fenster,
und denkst dem Frühling entgegen,
voll Leichtigkeit und Anmut,
bewegst du dich durch den Raum,
greifst ein Buch, lächelst mich warm an,
während draußen der Frost regiert.

Ich beobachte dich wie ein Kind,
das sich gut versteckt glaubt,
und schreibe über dich,
versuche nicht zu übertreiben,
nicht Stürmer und Dränger zu werden,
so schwer, so schwer.

Es ist März,
alle sind krank oder es gewesen,
und fast wünsche ich mir,
dass du es auch wärst,
damit ich dich noch mehr um mich habe,
dir Warmes bringen,
und neben dir liegen kann,
bis du wieder gesund bist.

Aber nein, ich Egoist,
was denke ich denn da,
deine rosigen Wangen bleich vom Fieber,
die endlos tiefen Augen trüb wie Hafenwasser,
keine Stimme, keine Küsse,
schweig Narr, schweig,
wünsch dir nicht,
was dein Herz nicht ertragen kann.

Du überfliegst die Seiten,
lässt sie über deinen Daumen schnurren,
das Buch sagt dir nicht zu,
schon legst du es weg,
kuschelst dich aufs Sofa,
dicht neben mich,
möchtest sehen was ich schreibe,
doch ich lasse dich nicht,
noch nicht, nein.

Ein kurzes Aufbegehren, gespielte Empörung,
dann schweigst und döst du,
den Kopf an meiner Seite,
wie schön dich so zu sehen,
bei deinem Anblick,
kommt etwas in mir zur Ruhe.

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2 Gedanken zu “Egoist

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