Der Meister

Ich bin der Meister der halbherzigen Sachen,
fange dies und das an und schaffe es nicht,
etwas zu Ende zu machen,
eintausend Projekte auf Blättern und Zetteln,
da gibt es wirklich gar nichts zu lachen,
für mich, denn in meinem Kopf,
stapeln sich die Gedanken wie halbvolle Kästen Bier,
bringe Geschichten durcheinander, verliere Bezüge,
werde beim Wiederergreifen des Stiftes manchmal ganz wirr,
weiß nicht anzufangen, will gleich wieder beenden,
sehe dann das Geschriebene,
unzufriedene Sätze lassen mich wenden,
im Bett, hin und her, liege wach, will nicht ruhen bis zum nächsten Kapitel,
radiere, markiere, finde zum Haare raufen keinen Titel,
und manchmal ärgert es mich auch,
treibt mich zur Unruhe, wenn ich zur Entspannung konsumiere,
mit dem Wissen um das Potential, welches da schlummert,
dessen Verfall ich toleriere,
ich kenne meine Schwächen, rede mir immer mal wieder ein,
ihnen einfach nicht gewachsen zu sein,
um es bequemer zu haben, stelle ich mir selbst das Bein,
über welches ich falle, was der Sturz dann bringt, ob ein Leid,
liegt noch fern, verborgen in einer anderen Zeit,
oder wird es mich nicht kümmern, kann ich es akzeptieren,
all das Unvorhandene als Jugendsünde deklarieren?

Immerhin, mit diesem Gedicht, mit dessen Vollendung,
ist schon ein kleiner Schritt zur Besserung getan,
und der ganze Schreibprozess,
verlief zur Abwechslung mal geordnet,
verlief mal wirklich ganz nach Plan.

6 Gedanken zu “Der Meister

  1. ja, das kenne ich bisweilen auch.
    … und taste mich durch die möglichkeiten,
    das sein zu lassen, es zu „erlauben“, oder
    aber auch es zu verändern. mehr oder weniger
    erfolgreich. 🙂
    ich möchte mich demnächst auch mal wieder
    meiner prosa zuwenden. mal schauen, ob es
    mir gelingt.
    ich wünsche dir frohes schaffen und viel inspiration
    und durchhaltevermögen.
    liebe grüße und ein schönes adventswochenende.

    Gefällt 2 Personen

      1. danke schön. immerhin habe ich schon drei romane geschrieben (die allerdings überarbeitet werden müssen). ich möchte auch wieder (und wieder) neu schreiben. und dann die gedichte zwischendurch. und das zeichnen. die liebe und das leben. du merkst schon, … es braucht geduld. 🙂
        ich danke dir. liebe grüße zurück! 🙂

        Gefällt 1 Person

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