Mauerfall

Die Mauer, die ich einst um mich erbaute,
von ihr sind nur noch Trümmer geblieben,
der kleine Junge dahinter,
er weint nicht mehr in der Dunkelheit,
muss sich nicht mehr verstecken.

Als das Vertrauen zerbrach,
blieb nur die Flucht nach innen,
in die Stille der Seele,
höher und höher,
dicker und dicker,
wurde dort eine Mauer gebaut,
bis sicher vor Schmerz,
und alle Gefühle,
wurden zur Maske,
das Lachen, Humor als Schild,
das Mitgefühl, in Wirklichkeit kalt wie Eis,
und wenn die Liebe an die Mauer klopfte,
stand sie verloren da,
konnte sie nicht überwinden,
ging traurig fort,
und der kleine Junge weinte im Verborgenen,
den wundervollen Momenten nach,
die nie existieren durften,
blieben nur Träume,
in der Dunkelheit seiner Seele.

Doch irgendwann klopfte es mal wieder,
und die Liebe stand vor der Mauer,
doch machte nicht kehrt,
nein, setzte sich hin und blieb geduldig,
fühlte, was dahinter gut verborgen war,
schmerzend sich wand,
lieben wollte, doch nicht konnte,
vor Angst, keine Verletzung ertragend,
die Liebe blieb,
und trug Stein für Stein ab,
bis die Mauer fiel,
und sie den kleinen Jungen in den Arm nahm,
der nie mehr weinen musste.

Danke

Moment der Sehnsucht

Ich sitze in meinem Boot,
und das Leben treibt mich dahin,
zu unbekannten Gewässern,
in launischer Veränderung,
zieht alles vorbei,
aber immer mal wieder,
schaue ich in deine Richtung zurück,
kann das Herz nicht zum Schweigen bringen,
mich nicht zum Nichtlieben zwingen.

Wie das Meer nicht weiß,
dass es tief ist,
weiß ich Treibender nicht,
ob ich dich vergessen kann,
vergessen will.

Frauen

Ich hätte gerne eine Frau, die wie ein Klumpen Erde ist, in dem sich Gold verbirgt. Auf den ersten Blick vielleicht gewöhnlich, beim genaueren Kennenlernen jedoch ein wahrer Schatz. Bis ich solch eine Dame gefunden habe, muss ich mich allerdings wohl oder übel durch das Meer an falschen Diamanten kämpfen.

Perfekte Gesichter, perfekte Leben in der Onlinewelt, doch dahinter nur Leere.

Aufstehen

In dir fand ich erst nichts
und dann alles
eine Unbekannte, eine Freundin, eine Liebe
und am Ende eine Fremde
bis es überwunden war

Erhöhung aller Gefühle
hin zur Verklärung der Sinne
Unvernunft der Entscheidungen
Abstieg mit glühendem Herz
hilflos im einsamen Abyss

Die Wohnung still wie ein Grab
saß ich zu lange darin
die Trauer ist kein guter Maler
streicht mit Schwarz die Gedanken
und mit Grau alle Freude

Freunde fragten, kalt die Antworten
panzerte mich ein
machte was nötig
ließ was möglich
war das Geringste von mir

Schwerer Weg führte empor
steile Leitern, große Felsen
lagen im Weg zum Davor
als ich nichts in dir fand
eine Fremde, keine Freundin, keine Liebe

Doch es musste sein
denn ich wusste
dass das Glück nur denjenigen küsst
der das Aufstehen meistert
und nicht am Leiden zerbricht

Simpel

Er und du
du und ich
er und du und ich
einer zu viel
minus er
du und ich
er
später
er und nicht du
du und ich
Bedauern
minus ich
er und nicht du und du
ich
Streit
er
du
ich
nicht du
später
jetzt
er und du
ich und nicht du
Glück?

 

 

In der Schwebe

Ich habe so viele Worte geschrieben,
doch festgestellt, dass sie mir alle nicht genügen,
so viele Zeilen, die wieder im Nichts verschwinden,
denn es scheint mir unmöglich,
die „richtigen“ Worte für dich zu finden.

Aber um dir irgendetwas zu hinterlassen,
habe ich mich dazu beflügelt,
den folgenden Vers zu verfassen:

Wir haben zu kämpfen,
und es liegt so vieles in der Schwebe,
aber ach, Liebste, was ich nicht alles dafür gäbe,
dich bei mir zu haben, gleich jetzt, gleich hier,
und aus dir und mir,
entsteht dann ein wir,
das jede Barriere zersprengt,
jedes Aber vertreibt,
ja, mein Herz ist sich sicher:
Es ist für die Ewigkeit!

Gemeinsam einsam

Wer liegt da neben mir?
Eine Fremde bist du geworden,
ich drehe mich weg und denke an morgen,
und schaue zur Tür.

Aufstehen, durchgehen, nicht umdrehen,
weg von all dem was mich hält,
raus in die „große, weite“ Welt,
hin zu einem Versehen.

Wer liegt da neben mir?
Eine Fremde bist du geworden,
ich drehe mich hin und denke an morgen,
und schaue zu dir.

Gelacht, geweint, gemeinsam,
wir haben viel erlebt,
dann uns im Kreis gedreht,
sind nun gemeinsam einsam.

Geht es dir ebenso?
Ich trau mich nicht zu fragen,
mich an die Folgen zu wagen,
doch werd ich so nicht froh.