Fernes Glück

In der Ferne liegt das Glück,
verborgen unter blauen Nebeln,
im Silberhorizont vergraben,
es wartet auf den goldnen Tag,
an dem du Grenzen überwindest,
die selbstgewählten Ketten sprengst,
und Fuß auf Fuß von dannen ziehst,
schnell hin zu unbekannten Wegen,
nicht wissend ob der Sicherheit,
das Glück wird lachen und dich grüßen,
dich Narren mit dem großen Herz,
denn nur wer wagt, der kann gewinnen,
und nur wer aufbricht, kann entrinnen,
dem was ihn eisern niederhält,
mit dem er sich das Glück verstellt.

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Windkind

Ich habe dir geschrieben,
dass es schwer ist, dich zu lieben,
du Windkind bist mal hier und mal da,
streifst stetig umher und suchst,
was du nicht finden kannst.

Dein Glück liegt in der Ferne,
sie ruft dich, ja du brauchst sie zum Atmen,
sie ist dein Fluch zugleich,
du verlierst dich, suchst dein Zuhause,
doch findest es nicht.

Wo hat es dich hingetragen,
in welchem Land streifst du umher,
du Windkind bist mal hier und mal da,
tanzt dich durch die Welt,
und ich komm mir so öde vor.

Du bist der Wind,
ich bin ein Baum,
der eine weht, der andere steht,
der eine bleibt, der andere geht,
und festhalten kann ich dich nicht,
will ich dich nicht,
denn sonst reißt du mich um.

Sei also frei du Windkind,
du meine Liebe in der Ferne,
lass dich treiben vom Leben,
auch wenn es mich schmerzt,
dir nicht nahe zu sein.

Doch irgendwann vielleicht,
wenn du zur Ruhe kommst,
kehrst du zu mir zurück,
und findest Halt und Herz,
und bleibst bei mir, für immer.

 

Für die geliebte Fremde

In bittersüßer Ferne, befällt es mich erneut,
die Hoffnung immerkeimend, und tausendmal bereut.

Dein Schweigen war mir Bote, es niemals Zweifel gab,
die narrenhafte Sehnsucht, unendlich oft bestraft.

Dein Blick verschlingt die Sterne, ihr Licht nur dir gebührt,
du raubst mir jeden Willen, auf Ewigkeit verführt.

Erhaben schöner Engel, mit sanft gewelltem Haar,
medusenhafte Blicke, wir waren nie ein Paar.

Gedanken mich verglühten, sah ich dich vor mir stehn,
und nähmst du meine Hände, zu Asche würd vergehn.

Und wenn du tanzt, spielt ein leises Klavier,
und wenn du lachst, gehört die Welt nur dir,
und wenn du sprichst, hält die Zeit den Atem an,
und wenn du weinst, zerbricht man bei dem Klang.

Dein Duft ist frühlingshaft, lässt alles um dich strahlen,
ach – deine Göttlichkeit, kein Meister könnt dich malen.

Verliebt in deinen Stolz, durch Schüchternheit gebunden,
den Brief dann abgeschickt, die Antwort nie verwunden.

Doch hielt sich widerspenstig, ein Flämmchen stets am Leben,
blieb dieser arme Geist, im Schatten dir ergeben.

Ach wäre es bloß leicht, der Liebe zu entsagen,
dann müsste man sogleich, die Schmerzen nicht ertragen.

Und wenn du tanzt, spielt ein leises Klavier,
und wenn du lachst, gehört die Welt nur dir,
und wenn du sprichst, hält die Zeit den Atem an,
und wenn du weinst, zerbricht man bei dem Klang.

Dein Schritt beglückt die Erde, sie gibt dir still Applaus,
die Ferne nährt die Hoffnung, die Nähe löscht sie aus.

Denn du bist fortgeflogen, wohin das weiß ich nicht,
ich will es gar nicht wissen, brennt es nur fürchterlich.

Denn nie wirst du mich lieben, vielleicht nur Mitleid haben,
mit harten Worten strafen, erwähn ich deinen Namen.

Sollt ich es besser wissen, doch kenne ich dich nicht,
und fällt der Vorhang runter, erlischt vielleicht das Licht.

Drum höre meine Bitte, du Edle – bleib mir fern,
dann bleibst du mir das Höchste, mein eiseskalter Stern.

Ja wenn du tanzt, spielt ein leises Klavier,
und wenn du lachst, wär ich so gern bei dir,
und wenn du sprichst, hält die Zeit den Atem an,
und wenn du weinst, zerbrech ich bei dem Klang.

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Falls jemand dieses Gedicht/Lied vertonen möchte, so würde mich dies sehr freuen, sofern der/diejenige mich als Urheber anerkennt und namentlich erwähnt :).